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Ein Musterbeispiel für Wertschöpfung

Ein Holzbildhauer (mwd) geht in den Wald und sägt einen Baum um. Er trennt ein zwei Meter langes Stück heraus und schnitzt daraus eine lebensgroße Figur. Wenn er diese für einen Euro verkauft, hat er einen Wert geschaffen. Doch dieser Wert ist sehr gering. Er deckt nicht annähernd die Kosten und leben kann der Holzbildhauer davon auch nicht.

Wenn es ihm jedoch gelingt, einen Preis am Markt zu erzielen, der höher ist als die Kosten

a) für das Holz
b) für die Zeit im Wald
c) für die Kosten seiner Säge
d) für das Sägen des Baumes
e) für das Herrichten der Transportfähigkeit des Baumes
f) für den Baumtransport nach Hause
g) für das Schnitzen der Figur
h) für die Abnutzung der eingesetzten Werkzeuge
i) für die Nutzung der Werkstatt
j) für den Verkauf der Figur
k) für den Verwaltungsablauf (Angebot, Rechnung stellen, Buchhaltung)
l) für die Verpackung der Figur
m) für den Transport der Figur zum Kunden,

dann ist der Teil, der nach Abzug aller Kosten übrigbleibt, die Wertschöpfung. Je höher dieser Preis über den tatsächlichen Kosten liegt, umso größer ist die Wertschöpfung.

Der obige Prozess ließe sich übrigens problemlos weiter differenzieren. Auf Seite der Kosten könnte der Holzbildhauer Versicherung, Altersvorsorge, Entsorgung der Abfälle, Aufforstung und einen Beitrag zum CO2-Ausgleich einrechnen. Andererseits könnte er Bilder seiner Werke verkaufen, Holzbildhauer-Workshops veranstalten oder eigene Werkzeuge anbieten, um seine Umsätze zu steigern. Sie merken es: wir haben ein hochinteressantes Feld vor uns.

Wie lässt sich die Wertschöpfung verändern?
Es gibt quantitative Hebel wie die Zeit, die der Holzbildhauer benötigt, bis alles fertig ist. Dazu kommen Ausgaben für Material und Versand. Und sollte ihm der Wald, in dem er den Baum abgesägt hat, nicht selbst gehören, muss er dafür sicher auch einen stattlichen Betrag bezahlen.

Daneben beeinflussen die qualitativen Faktoren den Wert: sein handwerkliches und künstlerisches Können, aus dem die Ausstrahlung der Figur resultiert, aber auch die Technik, in der sie geschnitzt wird. Dazu kommen der Ruf und das Markenimage, das dem Bildhauer vorauseilt, und nicht zu vergessen die Umgebung, in der er seine Arbeit verrichtet. Das kann eine klassische Werkstatt auf dem Land sein oder ein angesagtes Loft in einer Großstadt.

Da die quantitativen Faktoren meist einfacher und rascher zu beeinflussen sind, widmen sich viele Unternehmenslenker eher diesen Themen und vernachlässigen die qualitativen Aspekte. Doch häufig schöpft genau der umgekehrte Weg mehr Wert.

Daran sollten Sie denken, wenn Sie sich mit der Steigerung der Wertschöpfung systmatisch und gezielt beschäftigen wollen.  Und mit der Wertschöpfleiter steht Ihnen hierfür ein exzellentes Instrument zur Verfügung.

 

Christian KalkbrennerÜber den Autor
Christian Kalkbrenner, Dipl.-Kfm. (univ.), ist Strategieberater aus Überzeugung. Mit 15 Jahren Erfahrung im Bereich Krise- und Restrukturierung und über 15 als prämierter Wachstums- und Wertschöpfungsberater zählt er zu den Kompetenzführern seines Faches. Er weiß worauf es jetzt ankommt.

Als kreativer Kopf hat 2007 er ein eigenes Strategieverfahren entwickelt, den Bambus-Code®, für den er mit dem „Großen Preis des Mittelstandes“ ausgezeichnet wurde. Mit neun Fachbüchern, vielen Fachartikeln und Vorträgen zählt er zu den echten Experten seines Faches. Mit der „Wertschöpfleiter“ geht er nun den nächsten Schritt.

 

Bildquelle: pixabay.com/suju-foto

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