Wenn es eng wird

Wenn es eng wird

So restrukturieren Sie Ihr Unternehmen

Ein tiefer Fall. Es war einmal ein Unternehmen, das hat vor nicht einmal 12 Monaten, am 30. März 2022, den Jahresabschluss 2021 mit diesen Worten gefeiert: „Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, 2021 war wieder einmal ein besonderes Jahr: Wir haben die Weichen für weiteres Wachstum im Zukunftsmarkt … gestellt. Wir sind ein erfolgreiches Unternehmen, weil wir innovativ sind und das auch in Zukunft bleiben werden.“

Völlig zu Recht war das Unternemen stolz auf sich. Es hat den Umsatz von 870 Mio. € im Jahr 2020 um 3 % auf 903 Mio. € gesteigert und den Gewinn (EBT) um satte 26 % von 133 Mio. € auf 177 Mio. €. Was einer respektablen Umsatzrendite von 19,6 % entspricht.

Und heute? Nur ein Jahr später steht das Unternehmen vor dem Abgrund. Kurz vor der Insolvenz. Müssen die Banken beruhigt werden. Und um das zu tun, wählt das Unternehmen drei Stellschrauben:

– Mitarbeiter entlassen, im großen Stil

– Frisches Kapital, 50 Mio €

– Beides, um neue Produkte für etablierte und bereits verteilte Märkte zu entwickeln

Was ist das für eine Bank, die so einen phantasielosen, das Unternehmen nicht transformiernden, eher zum Scheitern verurteilten Plan akzeptiert? Denn das dauert alles viel zu lange. Die Zeit läuft davon.

Wie sieht eine zeitgemäße Restukturierung aus?

  1. Wertschöpfungsziel = 25 % bei angeschlagenen Unternehmen. Anfang der 90-er begründetete dieses Vorgehen den fast drei Jahrzehnte dauernden Aufschwung vieler Unternehmen.
  2. Für die sieben Bereiche, auf denen der Erfolg jedes Unternehmen fusst, werden je 5 Maßnahmen entwickelt, insgesamt 35 Stück, die in 15 Monaten ein Plus von 25 % im EBT ermöglichen.
  3. Jede einzelne dieser 35 Maßnahmen hat ein klares, monetäres Ziel; auf der Grundlage von OKR. Das kann jede Bank sofort nachvollziehen und später auch überprüfen.
  4. Ferner wird ein Systempaket-Angebot für den B2B als auch den B2C-Bereich formuliert und auf die Beine gestellt. Das Unternehmen hat dazu beste Voraussetzungen.
  5. Dann braucht es sofort eine neue, unschlagbare Alleinstellung, die auch den Verkauf neu beflügelt.
  6. Digitale Lösungen für vorhandene Produkte (pay für use) schaffen bereits kurzfristig neue Nachfrage.
  7. Und Vertriebs-Kooperationen mit entsprechende Key-Playern tun ihr Übriges.

Erste Ergebnisse der Wirksamkeit dieser Maßnahmen sind erfahrungsemäß bereits nach 12 Wochen erkennbar. Soweit die Vorgehensweise mit der Systematik der Wertschöpfleiter.

Was das nach innen bedeutet: Ruhe, Aufbruchstimmung, Begeisterung und überdurchschnittliches Engagement. Statt Personalabbau und das demotivierende, krank machende Damoklesschwert der Insolvenz, das das Unternehmen die nächsten 6-12 Monate blockiert.

Schauen wir mal, wie das Unternehmen in 12 Monaten dasteht.

Bild: Nathan Dumlao/unsplash.com

Christian Kalkbrenner

 

Über den Autor
Christian Kalkbrenner, Dipl.-Kfm. (univ.), ist Strategieberater aus Überzeugung. Mit 15 Jahren Erfahrung im Bereich Krise- und Restrukturierung und über 15 als prämierter Wachstums- und Wertschöpfungsberater zählt er zu den Kompetenzführern seines Faches. Er weiß worauf es jetzt ankommt.

Als kreativer Kopf hat 2007 er ein eigenes Strategieverfahren entwickelt, den Bambus-Code®, für den er mit dem „Großen Preis des Mittelstandes“ ausgezeichnet wurde. Mit neun Fachbüchern, vielen Fachartikeln und Vorträgen zählt er zu den echten Experten seines Faches. Mit der „Wertschöpfleiter“ geht er nun den nächsten Schritt.

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